Vom Kauf des Grundstücks bis zum Hausbau: Eine Reise voller Überraschungen

Veröffentlicht am: 15.11.2023

Kategorie: News

Vom Kauf des Grundstücks bis zum Hausbau: Eine Reise voller Überraschungen

Solche Geschichten erlebt man nicht oft – und genau deshalb verdienen sie einen eigenen Platz im Blog. Die Aufgabe war klar formuliert: die Finanzierung für den Bau eines Fertighauses zu strukturieren. Was zunächst nach einem klassischen Baufinanzierungsprojekt klang, entwickelte sich schnell zu einer Geschichte, die selbst erfahrene Beteiligte innehalten lässt.

Denn eines ist sicher: Ein Hausbau ist für alle Beteiligten ein energieintensives Vorhaben. Für die Bauherren, die Entscheidungen treffen, Risiken abwägen und Geduld aufbringen müssen. Für Banken, die Zahlen prüfen und Sicherheiten bewerten. Und auch für Berater, die zwischen allen Parteien koordinieren und Lösungen finden. Doch in diesem Fall kamen mehrere besondere Umstände zusammen, die das Projekt deutlich komplexer machten.


Der Grundstückskauf – vor der Finanzierung

Der erste außergewöhnliche Punkt: Die Käufer entschieden sich, das Grundstück bereits zu kaufen, bevor die Finanzierung für den Hausbau endgültig genehmigt war. In meiner Beratung betone ich immer wieder, dass dieser Weg mit erheblichen Risiken verbunden ist. Ohne gesicherte Finanzierung zum Notartermin kann ein Kauf schnell zur Belastung werden.

In diesem Fall jedoch handelten die Käufer bewusst. Sie hatten sich intensiv mit ihrer finanziellen Situation auseinandergesetzt und verfügten über eigene Mittel, mit denen sie im schlimmsten Fall eine Lösung mit der Verkäuferin hätten finden können. Diese Sicherheit im Hintergrund war der Grund, warum sie diesen Schritt überhaupt in Erwägung ziehen konnten.

Dennoch bleibt festzuhalten: Solche Entscheidungen sollten niemals leichtfertig getroffen werden. Sie erfordern nicht nur Mut, sondern vor allem klare Zahlen, realistische Szenarien und ein vollständiges Verständnis der Risiken.


Eine Verkäuferin mit festen Überzeugungen

Der zweite – und entscheidende – Punkt dieser Geschichte war die Verkäuferin des Grundstücks. Sie vertrat eine Haltung, die man in der Praxis selten erlebt:
„Das Grundbuch gebe ich nicht heraus. Wenn ihr kauft, bekommt ihr es.“

Keine Argumentation konnte sie umstimmen. Weder der Hinweis, dass Banken ohne Grundbuchauszug keine Finanzierung prüfen können, noch der Versuch, den Ablauf sachlich zu erklären. Ihre Position war unverrückbar. Die Situation erinnerte an die bekannte Frage, was zuerst da war – das Huhn oder das Ei.

Diese Haltung führte dazu, dass sich die Fristen immer weiter verschoben. Die Banken warteten auf Unterlagen, die Verkäuferin verweigerte die Herausgabe, und der Zeitdruck wuchs. Am Ende standen wir tatsächlich ohne genehmigten Kredit beim Notartermin.

Als wäre das nicht genug, erhöhte die Verkäuferin zusätzlich den Druck und setzte den Käufern eine klare Frist: Entweder sie erscheinen innerhalb weniger Tage beim Notar – oder das Grundstück wird nicht verkauft. Für die Käufer bedeutete das eine enorme emotionale Belastung.


Strategie statt Panik

In solchen Momenten ist es entscheidend, Ruhe zu bewahren und strukturiert zu handeln. Die Käufer trafen gemeinsam die Entscheidung, das Grundstück zunächst zu erwerben und anschließend als Sicherheit für die Baufinanzierung einzusetzen. Dieser Weg war zwar ungewöhnlich, aber unter den gegebenen Umständen der einzige realistische.

Ein ganz wesentlicher Punkt dabei war die notarielle Gestaltung. Beim Kaufvertrag musste unbedingt festgehalten werden, dass der Erwerb des Grundstücks in Verbindung mit der Eintragung einer Grundschuld erfolgen sollte. Dieser Hinweis war entscheidend, um das Grundstück später problemlos als Sicherheit für den Baukredit nutzen zu können.

Ohne diese Weitsicht hätte das Projekt an dieser Stelle ernsthaft gefährdet sein können.


Das gute Ende – und der Blick nach vorn

Am Ende nahm die Geschichte eine positive Wendung. Das Grundstück wurde erfolgreich gekauft, auf die Käufer übertragen und anschließend für die Finanzierung des Hausbaus genutzt. Damit war der wichtigste Grundstein gelegt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Nun beginnt der nächste Abschnitt: der eigentliche Bau des Fertighauses. Eine Phase, die erneut Planung, Geduld und Koordination erfordert, aber gleichzeitig voller Vorfreude steckt. Wir warten gespannt auf die ersten Fotos von der Baustelle und darauf, dieses Projekt Schritt für Schritt weiter begleiten zu dürfen.


Was diese Geschichte zeigt

Dieser Fall macht eines sehr deutlich: Nicht jede Baufinanzierung folgt einem Lehrbuchablauf. Manche Projekte verlangen Flexibilität, Mut und kreative Lösungen. Entscheidend ist dabei immer, dass Risiken bewusst eingegangen werden – und nicht aus Unwissenheit oder Zeitdruck.

Ein Hausbau ist mehr als eine finanzielle Entscheidung. Er ist ein Lebensprojekt. Umso wichtiger ist es, in kritischen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf Erfahrung, Struktur und klare Kommunikation zu verlassen.

Ich freue mich sehr darauf, dieses Projekt weiter begleiten zu dürfen – und hoffe, bald nicht nur Baustellenfotos zu sehen, sondern am Ende auch das Wichtigste: ein glückliches Leben im eigenen Zuhause.