Einer der letzten Fälle des Jahres 2023 hat meine besondere Aufmerksamkeit verdient – und das aus gutem Grund. Er zeigt einmal mehr, wie komplex Immobilienfinanzierungen sein können, selbst wenn zunächst alles nach einem „klaren Ablauf“ aussieht. Der Fall verdeutlicht die Bedeutung von Geduld, Strategie und einem klaren Blick auf Details, die den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Deal ausmachen.
In dieser Geschichte trat zunächst Bank A auf den Plan. Sie genehmigte den Kredit schnell und ohne größere Rückfragen. Für den Kunden war das zunächst verlockend: Der Kreditvertrag sowie alle notwendigen Unterlagen für den Notar wurden umgehend an die Hausadresse geschickt, sodass theoretisch sofort ein Termin für die notarielle Beurkundung möglich gewesen wäre. Die Verkäufer waren ebenfalls sehr darauf bedacht, alles schnell und verbindlich auf Papier festzuhalten – ihr Drängen erzeugte zusätzlichen Druck, der die Situation spannungsgeladen machte.
Doch schnell zeigte sich, dass die Bedingungen der Bank nicht optimal waren. Die Zinssätze waren weder besonders wettbewerbsfähig noch langfristig attraktiv. Meine Kunden wollten nicht vorschnell unterschreiben, da sie langfristig die besten Konditionen erzielen wollten. Parallel dazu prüften wir das Angebot von Bank B, das auf den ersten Blick deutlich attraktiver war. Hier begann der eigentliche Kampf um den besten Zinssatz – ein Kampf, der Geduld, Präzision und eine klare Strategie erforderte.
Und hier kam das große „Aber“: Bank B war in der Analyse und Prüfung extrem gründlich. Ihre Anforderungen gingen weit über das Übliche hinaus. Jede noch so kleine Unstimmigkeit bei den Dokumenten zum Objekt wurde hinterfragt, die Qualität der Unterlagen genauestens geprüft, und sogar eine neue Berechnung der Wohnfläche wurde gefordert. Für Außenstehende mag dies übertrieben erscheinen, für die Bank war es jedoch Standard. Sie wollte eine absolut lückenlose Basis für die Finanzierung.
Dieser Aufwand war enorm, und genau hier zeigten meine Kunden beeindruckende Ruhe und Selbstvertrauen. Anstatt sich entmutigen zu lassen, organisierten sie neue Messungen und einen aktualisierten Plan – und das für vergleichsweise geringe 140 Euro, obwohl der Makler zunächst behauptet hatte, die Kosten würden sich auf 1.500 Euro belaufen. Diese pragmatische Herangehensweise war entscheidend dafür, dass der Prozess weiter voranschreiten konnte, ohne dass unnötige Verzögerungen oder zusätzliche Kosten entstanden.
Erst nachdem alle Anforderungen der Bank B erfüllt waren, wurden die Unterlagen schließlich zur Prüfung eingereicht – und zwar erst drei Wochen nach dem ursprünglich geplanten Notartermin. Dieser zeitliche Verzug verdeutlicht, wie wichtig sorgfältige Vorbereitung und Kommunikation sind. Hätte man in dieser Situation vorschnell notariell beurkundet, hätte dies zu erheblichen Risiken führen können.
Ich betone an dieser Stelle erneut: Ich bin entschieden gegen eine notarielle Beurkundung ohne genehmigten Kredit. Der Abschluss beim Notar ohne gesicherte Finanzierung kann zu großen Problemen führen, insbesondere wenn die Bank später zusätzliche Bedingungen stellt oder die Finanzierung ganz verweigert. In diesem Fall war die Situation jedoch etwas anders: Der Kunde hatte bereits einen genehmigten Kreditvertrag in der Hand, einschließlich der Unterschriften der Bank – auch wenn die Konditionen nicht optimal waren. Im schlimmsten Fall hätte er den Kreditvertrag akzeptieren, unterschreiben und per Post zurücksenden müssen. Diese Option gab ihm jedoch die notwendige Sicherheit und Flexibilität, um die Verhandlungen mit Bank B ohne Risiko abzuschließen.
Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Immobilienfinanzierung selten linear verläuft. Es geht nicht nur um Zahlen oder Dokumente, sondern um Strategie, Timing und den richtigen Umgang mit allen Beteiligten. Geduld und sorgfältige Vorbereitung zahlen sich aus – sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in puncto Sicherheit für die Kunden.
Für mich persönlich ist dieser Fall ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, in jeder Phase des Prozesses Ruhe zu bewahren, klare Entscheidungen zu treffen und die Interessen meiner Kunden stets im Blick zu behalten. Letztendlich konnten wir nicht nur die Finanzierung sichern, sondern auch dafür sorgen, dass die Bedingungen langfristig tragfähig und wirtschaftlich sinnvoll waren.
Wenn man auf diese Erfahrungen zurückblickt, wird deutlich: Der Schlüssel zu erfolgreichen Immobilienfinanzierungen liegt nicht darin, schnell zu handeln, sondern bedacht, vorbereitet und strategisch klug zu agieren. Meine Kunden konnten dank ihrer Ruhe, ihrer Entschlossenheit und der gezielten Unterstützung letztlich die bestmögliche Lösung erzielen – und damit die Grundlage für einen erfolgreichen Immobilienkauf schaffen.
Leistungen: Immobilienfinanzierung